Die Natur zum Erlebnis machen
25. Mai 2010

Weinstadt-Strümpfelbach. Die wanderlustigen Naturfreunde aus Weinstadt haben für die Einweihung des neuen Kulturlandschaftspfads ein durchaus passendes Datum ausgewählt – freute sich doch auch Mutter Natur am gestrigen Muttertag über etwas Aufmerksamkeit. Eine Big Band, Stände mit heimatlichen Naturprodukten und festliche Bewirtung umrahmten die Veranstaltung.
Bereits um halb zehn war ein Wandertrupp unter der Führung von Wolf Dieter Forster zur „Jungfernwanderung“ auf dem Pfad aufgebrochen. Kurz nach elf Uhr kommen die Wanderer am Naturfreundehaus an. Die acht Kilometer und 170 Höhenmeter haben sie durch „sämtliche Elemente unserer Kulturlandschaft“ geführt, wie Forster erzählt. Die letzten Meter bis zum Naturfreundehaus führten vorbei am weitreichenden Panorama-Blick über die Waiblinger Bucht und den Pärchen-Skulpturen des Künstlers Karl Ulrich Nuss.
Übersichtstafeln informieren über Steinschichten
Doch nicht nur Kunstinteressierte erweitern auf der neuen Strecke ihren Horizont. Neben Übersichtstafeln, die einen Blick auf den gesamten Verlauf des Rundwegs erlauben, erzählt eine weitere Tafel von den Jägern und Sammlern, die hier mal ihre Heimat hatten. Eine andere gibt Aufschluss über die verschiedenen Steinschichten der Weinberge um Strümpfelbach. Das ist auch für Wengerter wie Werner Kuhnle interessant, der die Tafel gespendet hat. „Die Strecke ist sehr gut beschildert,“ findet Heiderose Mayer, die mitgewandert ist. „Es ist schön, wenn man ein bisschen was lernt, dann kann man das auch weitervermitteln.“
Genau das will der Naturfreunde-Vorsitzende Forster erreichen: „Der Kulturlandschaftspfad soll vor allem Familien mit Kindern einen Anreiz bieten, die herrliche Landschaft von Strümpfelbach kennenzulernen.“ Die vielfältige Natur solle zum Erlebnis werden.
Die abwechslungsreiche Umgebung hat es auch Heinrich Uhlenbecker angetan. Der naturverbundene Hannoveraner ist nur zu Besuch im Remstal. „So eine Vielfältigkeit – das hat man selten“, schwärmt er. Für Helmut Dietenberger ist es hingegen spannend, die eigene Heimat näher kennenzulernen: „Es gibt immer was Neues zu erfahren.“
Finanzierung durch Spenden
Finanziert wurde das Projekt hauptsächlich durch Spenden. Von Privatpersonen oder eben Betrieben. Mit Beträgen zwischen 20 und 2000 Euro sei den Naturfreunden geholfen worden, so Forster. Wenn die finanzielle Lage es zulasse, so sei der Pfad durchaus „thematisch noch ausbaubar“.
Das Motto des Einweihungsfestes, ein Schiller-Zitat, lautete übrigens „Der gebildete Mensch macht sich die Natur zum Freund“. In diesem Sinne wurde wohl auch das „Wildbienenhäusle“ vor dem Naturfreundehaus gebaut. Als Teil des Rundwanderwegs soll es den zahlreichen, und oftmals bedrohten Wildbienenarten Nistplätze bieten. Wer mehr darüber erfahren möchte, muss sich die Wanderschuhe schnüren und sich auf den Weg machen. Auf der Info-Tafel wird alles bestens erläutert.