Monatsarchiv für November 2006

Frostspanner

25. November 2006

Den NaturFreunden auf den Leim gegangen

 Jetzt sind sie wieder unterwegs, die Frostspanner und kleben zu Tausenden, sowohl Weibchen als auch Männchen, an den Leimringen der Streuobstwiese beim
NaturFreundehaus Strümpfelbach. Es sind Schmetterlinge aus der Familie der Spanner, die im Spätherbst und Winter die Obstbäume und Laubhölzer überfallen. Jedoch wer jetzt noch Leimringe anbringt, ist zu spät dran, die erste Invasion und zwar heftig, ist bereits erfolgt.
Die Männchen sind geflügelt, die Weibchen dagegen flügellos oder haben nur Flügelstummel.
Beim ersten Frost sind es die Weibchen, die an den Stämmen der Bäume hochklettern um nach der Befruchtung durch die geflügelten Männchen in den Ästen ihre Eier abzulegen. Im Frühjahr entwickeln sich dann kleine Raupen, die Spanner. Sie zerstören Knospen, Blätter und Früchte der Obstbäume bis zum Kahlfrass.

Die NaturFreunde Weinstadt haben in diesem Jahr ihre Streuobstwiese, über 80 Bäume, mit Leimringen bestückt, die mit der Spachtel aufgebracht wurden. Nun sind ihnen Tausende von Frostspannerweibchen auf den Leim gegangen. Da sie die Männchen durch arttypische Duftstoffe (Pheromone) anlocken, kleben mittlerweile auch diese in Massen an den Leimringen fest. Die männlichen Schmetterlinge haben eine Spannweite von ca. 1,8 bis 2,5 cm und sind unscheinbar grau gefärbt.
Bei Massenauftreten der Frostspannerraupen im Frühjahr entstehen dem Obstbau große Schäden. Den Raupen fehlen die mittleren Beinpaare, so dass sie sich nur mittels der drei vorderen und der zwei hinteren Beinpaare bewegen können. Zunächst krümmt sich die Raupe, in dem die hinteren Beinpaare an die vorderen herangezogen werden. Der Körper bildet dabei einen Halbkreis. Dann „spannt“ sich die Raupe, das heißt, die vorderen Beinpaare suchen mit ausgestrecktem Körper nach dem nächsten Halt. Diese Bewegungsart und das Auftreten nach dem ersten Frost führte zu dem Namen Frostspanner. Charakteristisch ist auch, dass sich Raupen mit den hinteren Beinpaaren an Ästchen festklammern, in dem sie den Körper schräg wegstrecken und sich damit vor Fressfeinden tarnen. Zur Verpuppung suchen die Frostspanner den Erdboden auf und der Kreislauf beginnt von vorne.

Wolf Dieter Forster, Vorsitzender NaturFreunde Weinstadt